Der Akaflieg-Turm
Mitten im Herzen Münchens steht der Akafliegturm. Wir haben im Glockenturm der TU München an der Gabelsbergerstraße schon so lange unsere Zelte aufgeschlagen, dass wir nur noch von unserem Turm, dem Akaflieg-Turm sprechen. Bereits seit 1936 sind wir dort beheimatet, gehören eigentlich schon zum Inventar.

Nach einem mehr oder weniger beschwerlichen Aufstieg in den vierten Stock – mit jeweils 5 Metern Raumhöhe – öffnet sich die Tür zum Geschäftszimmer der Akaflieg München. Erst kürzlich neu gestaltet, dient uns dieser Raum seit jeher als Büro und, begünstigt durch seine zentrale Lage, zur Abhaltung unserer wöchentlichen Gruppenversammlung und anderer Veranstaltungen. Hier wird jeden Donnerstag ab 19:30 Uhr c.t. über alle kleinen und großen Angelegenheiten des täglichen Vereinslebens diskutiert und abgestimmt. Interessenten und Sozialforscher sind uns willkommen.
Im Geschoss darüber, dem Himmel noch ein kleines Stück näher, befindet sich unser ehemaliges Konstruktionsbüro mit einmaligem Blick über die Dächer Münchens. Seit dem Umzug des Kobüs und der Werkstatt auf den neuen Campus Garching nutzen wir diesen Raum als Archiv. Dort liegt in zahlreichen Aktenschränken die Geschichte der Akaflieg München verwahrt. Es finden sich etliche historisch bedeutsame Schmankerl wie alte Flugbücher, Materiallisten, Skizzen, Baupläne oder auch der berüchtigte Einblatt- Propeller.
Über den Akafliegturm gäbe es viele Geschichten zu erzählen. Lustige, wie kürzlich das 49-Teile Puzzle aus Fensterflügeln im Archiv. Die Ausbaucrew vergaß, die einzelnen Segmente zu nummerieren und die Einbaucrew entdeckte erst nach zwei Wochen Kopfzerbrechen, dass frühere Generationen schlauer gewesen waren. Legendäre, wie die rauschenden Faschingspartys der 60er und 70er Jahre, wobei sich die Akaflieg München auch so manches Mal als Eheanbahnungsinstitut betätigte. Oder auch mal ernste, wie aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, als auf dem Dach des Turmes eine Flak installiert war und mitten durch unser Archivkabuff der Munitionsaufzug nach oben führte.
Sie alle zu berichten, würde den Rahmen dieser Seite sprengen. Und ständig kommen neue Geschichten dazu. Unser Turm ist nicht nur Teil unserer Vergangenheit, er ist lebendiger Bestandteil unseres regen Vereinslebens. Mancher Akaflieger scheint sogar in ihm zu leben. Ein Besuch lohnt sich, wir freuen uns.

